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Costa Rica Reisebericht

Unsere Costa Rica Reise 2017

Costa Rica Waterfall
Costa Rica Waterfall by ARTWORKAHOLIKS

3 Wochen Pura Vida und das für uns erste Mal in Mittelamerika


Mit der Niederländischen Fluggesellschaft KLM starteten wir am 03.11.19 unsere Reise in Nürnberg, mit einem kurzen Flug (1h 25min) nach Amsterdam. Nach einem 4 stündigen Aufenthalt ging es endlich weiter und 11h 40min später kamen wir total gerädert in San José an.

Als wir endlich die lange Passkontrolle überwunden hatten, wurden wir von extrem aufdringlichen Taxifahren belagert und nahezu gedrängt deren Dienste in Anspruch zu nehmen. Da wir bereits vorher gelesen hatten, dass man das am besten vermeiden soll, weil man ansonsten Wucherpreise bezahlen muss und oftmals gar nicht dort ankommt, wo man eigentlich hin möchte, wollten wir auf keinen Fall einsteigen.

Uns sollte ein Shuttle der Autovermietung am Flughafen abholen, der aber leider lange auf sich warten lies.

Als wir dann endlich in unserem Mietwagen saßen, machten wir uns auf die Suche nach unserem Hotel, dass wir als Landleistung zu unserem Flug dazu buchen mussten. Zum Gück hatten wir uns vorher die Offlinekarte auf Google-Maps heruntergeladen, um in Costa Rica navigieren zu können. Da aber vor unserem Hotel alles polizeilich mit Straßensperren abgeriegelt war, mussten wir einige Ehrenrunden drehen, bis wir dann illegaler Weise falschherum durch die Einbahnstraße endlich das Ziel erreichten. Ich muss gestehen, dass wir ein etwas mulmiges Gefühl hatten, da wir im vorherein im Reiseführer gelesen hatten, dass San José nicht zu den sichersten Städten zählt. Die meisten Häuser waren mit riesigen Stacheldrahtzäunen umrundet und dann noch diese Straßensperre mit hohem Polizeiaufgebot (die wie sich herausstelle, nur für einen Marathon errichtet worden war). Oftmals muss man sich ja zunächst einmal orientieren und richtig ankommen, wenn man ein bis Dato fremdes Land bereist und noch nicht das Gefühl für Land und Leute hat.

Als wir vor unserem Hotel parkten, kam dann auch gleich jemand der Geld verlangte, um gegen Bezahlung unser Auto zu bewachen. Das hat sich dann übrigens auch bei unseren kompletten Reise so durchgezogen. Es kam immer jemand,  meist mit Warnweste, der unser Auto gegen Bezahlung bewachen wollte. Eigentlich weiß man, das derjenige kein offizieller Parkplatzwächter ist, sondern sich einfach eine Warnweste übergezogen hat. Allerding weiß man auch nicht was passieren würde, wenn man denjenigen nicht bezahlt. Ist das Auto dann erst recht aufgebrochen? Keine Ahnung, wir haben es nie ausprobiert und immer lieber ein paar Colón bezahlt.

Das Hotel in San José war nicht besonders ansprechend und unser Zimmer war ein absolut dunkler, muffeliger Puff ohne Fenster. So fängt der Urlaub doch super an. Wir schmiedeten den Plan, einfach sofort zu schlafen, um frühs schnellstmöglich die Besenkammer der Kaschemme verlassen zu können. Denn am nächsten Tag hatten wir bereits eine schöne Unterkunft über Airbnb, im Süden des Landes gebucht, auf die wir uns sehr freuten. Nachdem wir noch ein “leckeres Frühstück” (trockenes Toast mit labbrigen Schinken) bekommen hatten, machten wir uns schließlich auf den Weg.

Fahrt zur Península de Osa

Es gab zwei gängige Routen zur Península de Osa, die eine an der Küste entlang und die zweite mitten durch das Gebirge. Wir wählten die Gebiergsvariante, da wir uns später sowieso noch sehr oft an der Küste fortbewegen wollten.

Die ersten Eindücke der Natur waren spektakulär.

Sehr krass waren die noch sichtbaren Erdrutsche von Tropensturm “Nate” der nur wenige Wochen zuvor gewütet hatte. Teilweise waren halbe Fahrbahnen abgerissen und die Straße nur noch einseitig befahrbar.

Auch als wir 336 km und ca 6h später, bei unserer Unterkunft Waleska´s Place das wir über Airbnb gebucht hatten, in der Nähe von Puerto Jiménez ankamen, regnete es so stark wie ich es noch nie gesehen hatte.

Da wir erstmal gar nicht aussteigen konnten, aufgrund des vielen Wassers von oben, verharrten wir ersmal im Auto.

Kurze Zeit später klopfte es an unserem Fenster und wir senkten ein wenig die Scheibe. Zu unserer Verdutzung sprach uns die Frau auf Deutsch an, ob wir denn nicht reinkommen wollten. Wir begleiteten unsere Gastgeberin Waleska  unter ihrem Schirm ins Innere des Hauses.

Ihr Haus war komplett offen gestaltet. Lediglich ihr Badezimmer und das Schlafzimmer hatten Wände.

Wir waren in einer kleinen Cabin auf ihrem Grundstück untergebracht.

Es war sehr spartanisch eingerichtet, aber uns hat es von Anfang an sehr gut gefallen. Ihr Gartengrundstück war einfach der Hammer.

Mit offenen Blick aufs Meer und ohne direkte Nachbarn.

Es stellte sich heraus, dass sie aus Deutschland, ganz in der Nähe von unserer Heimat stammte und somit hatten wir gleich super Gesprächsstoff . Sie erzählte sehr viel über ihre Auswanderung und über ihre neue Heimat. Wir fühlten uns sofort wilkommen und waren super froh hier gelandet zu sein. Im Übrigen hat sie uns auch das beste Gallo Pinto von ganz Costa Rico gemacht. Das ist das traditionelle Frühstück bestehend aus Reis, Bohnen, Eiern, Lizano (Würzsalsa) und frischem Obst. Übrigens ist das typische Mittag- und Abendessen eigentlich auch das Gleiche, nur dass das Obst mit Fleisch getauscht wird. Also eigentlich immer das gleiche aber sau lecker.

Erkundung der Umgebung

 Geweckt wurden wir von sehr lautem Gebrüll, was uns senkrecht im Bett sitzen ließ. Wir trauten uns gar nicht aus der Cabin zu gucken, um dem Geräusch auf den Grund zu gehen. Irgendwann verließen wir dann aber doch mutig unsere vier Zeltwände, als es wieder ruhiger wurde.

Witzig, dass dieses extrem laute Brüllen von winzigen Äffchen stammt. Gut sie werden Brüllaffen genannt, was dies vielleicht erklärt aber sie sind wirklich mini.

Es regnete die ganze Nacht wie aus Kübeln. Wir hatten aber wettertechnisch auf der gesamten Reise großes Glück. Da wir im November unterwegs waren und somit in der Regenzeit. Meistens war es aber so, dass es die komplette Nacht durchgeschüttet hatte und am nächsten Morgen schien immer die Sonne als wäre nie was gewesen.

Hier ein paar kleine Eindrücke von unserem “Vorgarten”

Nationalpark Corcovado

Auf der Peninsula de Osa liegt der große Corcovado Nationalpark, den man nur in Form einer geführten Tour betreten kann. Erst fanden wir es etwas schade, das wir den Park nur geführt betreten konnten, da wir es bevorzugen im Alleingang Länder und dessen Natur zu erkunden. Wie sich aber herausstellte, war es ein super Tag in toller Begleitung. In Puerto Jiménez buchten wir über Osa Wild unsere Tour. Allerdings waren sie eigentlich für die nächsten Tage ausgebucht und hatten keine Fahrzeuge mehr zu Verfügung. Uns wude aber angeboten, dass wir mit unserem eigenen Auto fahren könnten und einen Guide mitnehmen. Also vereinbarten wir dies für den nächsten Tag, mit mittelschweren Bauchschmerzen, weil wir bereits wussten dass einige Flussläufe zu überwinden sind und das mit einem Mietwagen nicht so klug sein könnte. Na was macht man nicht alles wenn man  unbedingt was sehen und erleben möchte. Unser Guide war extrem motiviert und selber so begeistert von allen Dingen die wir sahen, dass es ein Highlight war mit ihm diese Tour zu machen. Alleine hätten wir nicht mal die Hälfte entdeckt.      Danke Luis Daniel!

Und weiter gehts…

Peninsula de Osa hat uns so gut gefallen, dass wir gerne noch länger geblieben wären. Doch wir wollten unsere Reise fortsetzen und so sind wir in Uvita gelandet. Hier wollten wir spontan eine Unterkunft finden und haben das schöne Cascada Verde Hostel ausfindig gemacht. Es lag etwas erhöht auf einem Berg, inmitten des Regenwaldes, mit Blick aufs Meer. Zu unserer Überraschung wurde auch dieses Hostel von einem deutschen Auswanderer geführt der nebenbei auch Kaffee nach Deutschland importiert. Wir hatten uns auf der Fahrt mit frischem Gemüse und Pasta eingedeckt, so dass wir am Abend gemütlich mit anderen Gästen gekocht haben. Am nächsten Tag sind wir zu den Nauyaca Waterfalls gefahren. Hier sind wir dann gewandert, um die Wasserfälle zu erreichen.

Nach einer Stärkung im Cafe Mono Congo ging es weiter…

nach Quepos um am nächsten Tag den National Park Manuel Antonio zu besuchen, der laut den Reiseführern ein absolutes

Highlight und “Must see” in Costa Rica ist.

Als wir den Ort Quepos erreichten bot sich uns ein, für unseren Geschmack, Bild des Grauens. Offenbar ist Quepos eine Art Costa Ricanischer Ballermann für Amerikanische Touristen. Als wir uns endlich mit leichten epileptischen Anfällen durch den Leuchtreklamendschungel gekämpft hatten, waren wir überwältigt, allerdings nicht im positiven Sinne.  Leider waren wir zu gelähmt, um irgendwelche Schnappschüsse dieses Urlaubsidylls zu schießen.

Aber es sollte noch viel “besser” kommen.

Wir hatten uns extra das vermeintlich “schickere” Hotel Coco Beach ausgesucht, mit einer Waschmöglichkeit, um unsere Schmutzwäsche zu waschen.

Beim Bezug unseres Zimmers, nahmen wir direkt einen durchdringenden, jedoch irgendwie bekannten Gestank war.

Nach einiger Suche stellten wir fest, dass im gesamten Zimmer verteilt Urinalsteine an allen möglichen Kabeln und Nägeln befestigt waren.

Offenbar hatte man so versucht, den muffigen Geruch der Zimmer zu übertünchen.

Man konnte kaum die Augen länger geöffnet halten, aufgrund des beißenden Luftgemisches.

Da der Wäscheservice des Hotels leider nicht mehr an diesem Tag wahrgenommen werden konnte, entschieden wir uns dazu, unsere Schmutzwäsche in der Dusche des Hotelzimmers zu waschen. Top augerüstet, spannten wir unsere Wäscheleine mehrfach quer durch das gesamte Zimmer, um unsere Wäsche zu trocknen.

Das erste mal wurde unsere Nachtruhe durch Geräusche gestört. Es schien als würden mehrere Tiere unser Zimmer auf links drehen.

Wir konnten allerdings keine Unruhestifter in unserem Zimmer aufindig machen.

Die zweite Störung war ausdauernder.

Wir können uns die Situation nur damit erklären, dass der Nachtportier des Hotels, offenbar große Langeweile, oder zu viel Need for Speed gespielt haben musste.

Wir wurden von ständigem Motoraufheulen und Auspuffklängen geweckt. Zunächst dachten wir an am Hotel vorbei fahrende Autos. Nachdem jedoch andauernden nächtlichen Krach, wurden wir (zornig) neugierig. Ein kurzer Blick aus unserer Zimmertür klärte die Situation.

Der Nachtportier hatte sich auf der Strasse, entlang des Hotels div. Hindernisse aus Plastikflaschen aufgestellt, um die er mit seinem zammgetunten Hyundai, in Schritttempo und aufheulendem Motor Slalom fuhr. Der junge Mann bewies dabei eine nahezu unmenschliche Ausdauer.

Respekt an dieser Stelle.

Nachdem wir ohnehin keinen Schlaf bekommen konnten, ich bereits mit Kopfschmerzen und Übelkeit aufgrund der Klosteine zu kämpfen hatte, entschieden wir uns mitten in der Nacht das “Etablissement” umgehend zu verlassen.

Gesagt getan und “scheiß auf Manuel Antonio!”

Mit nasser Wäsche setzten wir unsere Reise in Richtung Fährhafen Puntarenas fort.

Die Route führte uns über die Crocodile Bridge

…nach Puntarenas.

Puntarenas ist eine schmale, langgezogene Halbinsel, an dessen äusserster Spitze sich der Fährhafen befindet.

Kurz und bündig, superhässlich und hermetisch abgeriegelte Gebäude mit hohen, schweren Zäunen, Toren und jeder Menge Stacheldraht.

Am Ende unserer Überfahrt, legten wir am Fährhafen Paquera an und setzten unsere Fahrt nach Mal País fort.

Hier hatten wir kurzfristig eine Unterkunft online buchen können.

Nach einer erneuten abenteuerlichen Fahrt über unbefestigte Holperstraßen, erreichten wir endlich unsere Unterkunft Indigo Yoga Resort.

Wir konnten unseren Augen kaum trauen, dass eine solche Premiumbude, zu diesem Preis am Ende der Holperpiste wartete.
Wir können uns den wirklich günstigen Preis nur mit der Nebensaison erklären.

Basti hatte hier auch direkt einen neuen Freund gefunden. Er taufte den Kater auf den kreativen Namen “Costa”, der direkt die Nacht mit uns verbrachte.

Abstecher nach Montezuma

Etwas nordwestlicher liegt Montezuma. Ein kleines Dorf an der Küste des Pazifischen Ozeans auf der Nicoya Halbinsel. Von Einheimischen wird dieses Dorf auch gerne Montefuma genannt. Wenn man dort unterwegs ist, weiß man auch warum. Aus jedem Haus duftet es nach Marihuana und die Menschen sind sehr relaxt. Hier wollten wir zu Mittag essen, da es zahlreiche Cafés und Restaurants gibt. Unser Koch und Gastgeber war auf jeden Fall sehr relaxt und so haben wir doch sehr viel Zeit hier verbracht, weil einfach alles etwas länger dauerte. Das war super, denn so konnten wir den ganzen Charme dieses Ortes zurückgelehnt auf uns wirken lassen.

Santa Teresa

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher nach Santa Teresa. Das ist der Hotspot für Surfer und für Backpacker. Ich liebe diesen Ort. Ich kann mir zwar vorstellen, dass er zur Hauptreisezeit zu überlaufen ist, aber wir haben ihn als sehr angenehm wahrgenommen. Es gibt viele kleine Shops und Cafés, die sich alle entlang der Hauptstraße aufreihen. Die Straße ist nicht befestigt und sehr staubig, wenn es nicht gerade geregnet hat. Es blieb dann nicht aus, dass man beim entlangschlendern von vorbeifahrenden Autos komplett eingestaubt wurde. Aber das Feeling hier war einfach schön und relaxt. Auch gibt es hier so wundervolle Sonnenuntergänge, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Montezuma Falls

Am nächsten Tag haben wir eine kletterreiche Wandertour zu den Montezuma Falls gemacht. Man läuft ca. 45min, oftmals auf kleinen Trampelpfaden oder teilweise im Flussbett und zu guter letzt muss man auch noch etwas klettern. Doch es lohnt sich, da man sich

in den natürlichen Pools herrlich abkühlen kann. Das Beste daran ist, dass sich hierher mit Sicherheit kein Krokodil verirrt hat.

Weiter gehts nach sámara

Am Tag zuvor hatten wir überlegt, wo es als nächstes hingehen sollte. Da wir noch etwas auf der Nicoya Halbinsel verweilen wollten, haben wir uns für Sámara entschieden, da es hier eine bunte Mischung aus Costaricanern, Europäern und Gringos geben soll. Auch erwarten einen hier wieder lange Sandstrände, viele Cafés und Restaurants, eine gute Mischung eben. Um dort hin zu gelangen mussten wir erstmal wieder etwas ins Landesinnere zurückfahren um dann wieder Richtung Küste abzubiegen, denn eine Straße entlang der Küste gibt es leider nicht. Über Airbnb hatten wir dann auch ein kleines Strandhäuschen Namens Casita Arena y Mar gefunden, das wir nun ansteuerten.

 

Begrüßt wurden wir hier von unserem Gastgeber Hans Peter, ich glaube er stammte aus Österreich. Bis jetzt sind wir nur bei Europäischen Auswanderern gelandet, was ich hier aber mal erwähnen möchte, nicht gezielt von uns geplant war. Wieder war diese Unterkunft aber so toll, dass wir erstmal die Zeit nutzten, um zu relaxen, kochen und Wäsche zu waschen, wenn schonmal eine Waschmaschiene vorhanden ist. Wir hatten direkten Strandzugang und konnten mit einem kurzen Spaziergang über den Strand das Ortszentrum erreichen.

Am nächsten Tag erkundeten wir unsere Umgebung…

Es war ein sehr schöner Tag und der Ort hat wirklich zahlreiche Restaurants.

Wir entschieden uns für eines direkt am Strand und schlenderten danach glücklich über den Strand zurück.

 

Tags darauf entschieden wir spontan einen Surfkurs zumachen. Es waren zahlreiche Surfschulen vorhanden, wahrscheinlich weil das Meer hier optimale Bedingungen für Anfänger bietet. Ich glaube wir konnten uns sehen lassen. Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht, war sau anstrengend, aber hat auf Anhieb wunderbar geklappt. Das Angebot von der Surfschule Pato´s Surf school beinhaltete einen Lehrer für ein paar Stunden, aber auch das man weitere Tage ein Surfbrett zur Verfügung hat, um üben zu können.

Auf in den Nebelwald monteverde

Nach 3 Übernachtungen in Sámara verließen wir die Nicoya Halbinsel, um ins Landesinnere in den Nebelwald von Monteverde zu kommen. Diesmal nutzten wir nicht die Fähre, sondern fuhren etwas nördlicher, um die Halbinsel mit dem Auto zu verlassen.

Unser Hostel Nina´s Place B&B haben wir diesmal über booking.com gebucht. Leider war es schon etwas in die Jahre gekommen, aber trotzalledem hat es uns hier gut gefallen. Es kann ja nicht immer alles perfekt sein. Dafür hatten wir wieder sehr viel Spaß mit einer Katze.

Hoch zu ross durch den nebelwald

Im Internet hatte ich Sabines Smiling Horses ausfindig gemacht und wir buchten eine Tour durch den Nebelwald hoch zu Ross.  Basti hat das super gemeistert und seinem Pferd sehr gut zugeredet, dass es das tut was er möchte.

la reserva bosque nuboso santa elena

Tags darauf machten wir uns noch mal zu Fuß in das La Reserva Bosque Santa Elena Gebiet. Auf sehr schlammigen und feuchten Pfaden ging es durch den Wald. Man konnte sogar den Vulkan Arenal in der Ferne sehen.

Arenalsee und vulkan arenal

Wir verließen Monteverde und verbrachten unseren Tag on the road, durch eine spektakuläre Natur. Wir umfuhren den großen Arenalsee und stoppten bei der, bereits lange durch Schilder angekündigten, Tom´s German Bakery. Hier gab es von Kässpatzen, Bratwurst mit Sauerkraut über Käsekuchen fast alles. Wir deckten uns mit süßen Stückchen ein und machten ein Picknick am See. Danach fuhren wir weiter nach La Fortuna. Dort hatten wir ein Zimmer im Hostel Backpackers La Fortuna über booking.com  gebucht.

 

Als wir unser Hostel erreichten, wurde uns mitgeteilt, dass unser Zimmer noch nicht fertig sei und wir noch etwas warten müssten. Außerdem sei wohl der Weg um und auf den Arenal gesperrt, da er zu dieser Zeit vermehrt aktiv war. Leider war das der Grund, warum wir hierher gekommen waren. Da uns das Städtchen auf Anhieb auch nicht besonders gefiel, haben wir unsere Zimmerbuchung verfallen lassen und haben uns entschieden weiter zu fahren. Nächstes Ziel Vulkan Poás.

Dort wurden wir leider das zweite mal entäuscht, da auch dieser Vulkan gerade vermehrt aktiv war. Wir wurden von einer Polizeisperre aufgehalten und mussten leider enttäuscht umkehren.

Etwas ratlos wo wir denn jetzt eigentlich hinfahern sollen, mussten wir ein neues Ziel für den Tag finden. Leider neigte der sich auch schon dem Ende zu und wir wollten vor Anbruch der Dunkelheit noch eine Unterkunft finden. Das sollte jedoch dann leider nicht klappen.

Wir entschieden uns weiter bis Turrialba zu fahren, da unser Navi der Meinung war das es 2h Fahrzeit enfernt liegt. Was sich dann leider auch nicht bewahrheitete. Da wir San José durchqueren mussten, standen wir für mehrere Stunden im Stau. Jackpot! Turrialba erreichten wir dann leider erst spät Abends, als es leider doch bereits dunkel war.

Die Unterkünfte in meinem Reiseführer konnten wir entweder nicht finden, oder sie waren geschlossen. Internet für eine Onlinesuche hatten wir leider auch nicht zu Verfügung. Hier war es dann wie am ersten Tag in San José, dass wir ein ungutes Gefühl hatten, in der Nacht durch die dunkle Stadt zu laufen, um nach Unterkünften zu suchen. Immer kacke wenn man irgendwo so spät ankommt. Aber das sollte uns hier nicht das letzte mal passiert sein. Als uns alles zuviel wurde, setzten wir uns in das Auto, um aus der Stadt zu fahren und einen geeigneten Platz zum Übernachtparken zu finden. Also haben wir nach langem Suchen des geeigneten Platzes irgendwann im Auto genächtigt. Am nächsten Morgen wurden wir unsanft geweckt, von einem Bus der in die Bushaltestelle wollte in der wir zum Übernachten parkten. “Upsi”

 

irazú wir kommen

Da wir nun extrem früh wach waren, wollten wir den Tag nutzen, um den in der Nähe gelegenen Vulkan Irazú zu besuchen. Hier hatten wir dann auch endlich Glück und er war nicht gesperrt. Allerdings waren wir dann so früh dran, dass er zu dieser Uhrzeit noch geschlossen war. Aber nach etwas warten konnten wir ihn dann bestaunen. Die Luft war hier oben sehr dünn, was uns das Laufen auf dem Vulkan sehr erschwerte.

turrialba

Am Nachmittag fuhren wir ca. 1h die 65 km zurück nach Turrialba, um diesmal eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Über booking.com hatten wir dann das Hostel Spanish by the River gefunden. Das Hostel befindet sich ca 5 Fahrminuten ausserhalb des Stadtzentrums und ist schön ruhig an einem Hang gelegen. Dieses Hostel würde sich auch sehr für ein paar Tage länger anbieten, da der Aufenthaltsbereich echte Wohnzimmeratmosphäre schafft. Auch das Kochen macht in der gut ausgetatteten Küche richtig Spaß. Auf der Terasse hat man einen tollen Blick auf den Vulkan Turrialba, der am Morgen für uns sogar etwas Rauch gespuckt hat.

raften auf dem rio pacuare

Über Ticós River Adventures  haben wir eine Rafting Tour für den nächsten Tag gebucht, die absolut zu empfehlen ist.

Das war auf jeden Fall mit eines der Highlights unserer Tour.

Unsere Crew die sehr gut Englisch geprochen hat, (wir sprechen leider kein spanisch) war einfach super.

Nach kurzer Einweisung ging es dann auch schon los. Je nach Wasserpegel bewegt man sich in Stromschnellen zwischen Grad 2 und 4. Hierfür muss man kein Profi sein, aber für den großen Adrenalinkick reicht es allemal.
Der Flusslauf ist wirklich atemberaubend. Man bewegt sich in einer gigantischen Schlucht.
Links uns Rechts des Flusslaufs befinden sich wunderschöne, mit Urwald bedeckte Hänge.
Ständig weckten Laute verschiedener Tiere unser Interesse.

Eine schöne Besonderheit sind die sehr seltenen, großen Blauen Morphofalter, welche sich lt. unseren Guides ausschließlich an Orten mit besonders guter Luftqualität aufhalten.

Auch wenn es mal gemächlicher zugeht kann man einfach nicht genug von der wilden Naturlandschaft bekommen.
Bei ruhigem Fahrwasser, kann man mit seiner Schwimmweste auch einfach mal in das warme Wasser springen und sich ein paar hundert Meter treiben lassen (keine Krokodile). Außerdem gehört der Rio Pacuare zu den Top 5 der zu raftenden Flüsse weltweit.

An dieser Stelle nochmal ein dickes Lob an Ticós River Adventure, dass alles so easy funktioniert hat und wir so gut umsorgt wurden. Zur Mittagszeit wurden uns leckere Wraps zubereitet, die wir am Ufer zu uns nahmen.

Leider hatten wir unseren Fotoapparat zuhause gelassen, da wir etwas Angst wegen dem Wasser hatten, deshalb gibt es hierzu leider keine Bilder.

auf zur karibikküste nach puerto viejo de talamanca

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in das 163km entfernte Puerto Viejo de Talamanca das an der Karibikküste liegt.

Bisher waren wir ja ausschließlich an der Pazifikküste und im Inland unterwegs.

Eine Unterkunft hatten wir bereits am Vorabend gebucht, was bis jetzt immer am Besten funktionierte.

Die Landschaft änderte sich schlagartig. Wir fuhren durch Bananenplantagen soweit das Auge reichte.

Costa Rica liegt bei der Bananenproduktion an achter Stelle weltweit.

Wir haben während des Trips soviele Bananen wie schon lange nicht verspeist, da sie geschmacklich einfach viel besser als zuhause schmecken. Vielleicht sollten wir an dieser Stelle auch die Ananas erwähnen, die uns in eine Art Sucht verfallen lassen hat.

Irgendwann haben wir dann die Plantagen hinter uns gelassen und sind bei unserer Airbnb Unterkunft Cozy Treehouse Room angekommen. Wieder hatten wir Glück mit Unterkunft und Gastgeber. Unser Gastgeber war auch der erste Einheimische bei dem wir wohnten. Das war super,

weil er uns viele Tips geben konnte und auch sehr interessiert an unserer Lebensweise war, so das wir viel Gesprächsstoff hatten.

Sehr schnell merkten wir auch, dass die Stimmung auf dieser Seite des Landes ganz anders war. Aus den Bars waren überwiegend Reggea-Tunes zu hören. Nahezu überall konnte man den süßlichen Duft von Marihuana vernehmen. Die im Gegensatz zur Pazifikküste, überwiegend schwarzen Einheimischen machten einen sehr entspannten Eindruck. Obwohl wir bisher nie auf Jamaica waren, stellten wir uns vor, dass es dort bestimmt ähnlich sein müsste.

 
 

Zu unserer Überraschung reiste kurz nach uns ein weiteres deutsches Paar an, dass interessanterweise sogar aus unserer Region stammte.
Wir haben uns sofort super mit den Beiden verstanden und noch am gleichen Abend einen gemeinsamen Ausflug für den Folgetag ausgemacht.

Unser Host hatte ebenfalls noch eine kleine Überraschung für uns und zeigte uns freudestrahlend sein “Haustier”. Okay, es war nicht wirklich sein Haustier, aber es hielt sich offenbar oft und gerne in der Nähe auf.

ausflug ins refugio nacional gandoca-manzanillo

Tags darauf starteten wir den geplanten Ausflug mit den beiden anderen deutschen Gästen. Unser Host Alex stellte uns dafür seine Fahrräder zur Verfügung. Wir radelten über Puerto Viejo ins Refugio Nacional Gandoca-Manzanillo und bewegten uns ab dem Eingang zum Refugio zu Fuß weiter. Hier gibt es wunderschöne, nahezu einsame Strände mit glasklarem Wasser und tolle Touren durch den Wald, mit Verirrungsgefahr 🙂

Nach unserem Ausflug waren wir selbstverständlich, wie eigentlich meistens nach unseren ausgiebigen Touren, sehr ausgelaugt. An diesem Abend entschieden wir uns dazu, im Restaurant Koki-Beach etwas essen zu gehen. Ein sehr hübsches Lokal. Das Essen war recht lecker. Ein Highlight dieses Restaurants ist das Faultier, das sich wohl regelmäßig mit “Höchstgeschwindigkeit” unter dem offenen Dach und über den Gästen entlanghangelt.

parque nacional cahuita

Wunderbar erholt, von unserer tollen Nacht in unserem Tree House, galt es nun den Parque Nacional Cahuita zu erkunden. Gemeinsam mit unseren beiden neuen Freunden, ging es mit unserem Mietwagen zum Park. Bereits am Parkeingang begrüßten uns riesige Leguane. Ein spannendes Vorzeichen für unseren heutigen Ausflug. Über angelegte Holz- und ausgetretene Sandpfade, führte uns der Weg ins Herz des Parks.

Auch hier gibt es sagenhafte Strände und jede Menge wilde Tiere zu bestaunen. Unser Highlight war die Sichtung einer hochgiftigen Yellow Eyelash Viper . Waaauuuu!!
Zum krönenden Abschluss unserer Tour durch den Park, konnten wir Brüllaffen beobachten, welche sich lautstark brüllend direkt über uns in den Bäumen bewegten und uns scheinbar absichtlich versuchten uns von oben mit höllisch stinkendem Dünnschiss vollzuscheißen. Schönen Dank auch…

Knapp wars auf jeden Fall!

 

Den Abend verbrachten wir bei Outback Jacks, einem skurrilen Australischen Restaurant, geschmückt mit jeder Menge interessantem Nippes aus vergangenen Zeiten. Wie das Lokal, so auch der Wirt. Der gute Jack machte einen etwas schrulligen Eindruck auf uns. Sehr nett, aber gleichzeitig auch ein wenig neben der Kappe. Ob das an den hier zuhauf angebotenen Rauchwaren lag, wer weiß das schon?
Nach langem hin und her bei unserer Auswahl des Essens, hatten wir Jack unsere Wünsche mitgeteilt, der sogleich das Lokal verließ, um offensichtlich alle nötigen Zutaten im Supermarkt oder sonst wo zu besorgen. Während der Wartezeit wurden wir bereits gefragt, ob wir denn vor hätten ein weiteres Bier zu trinken. Als wir dies bestätigten, wurde ein Angestellter losgeschickt, um noch eine Kiste Bier zu organisieren. Das sollte auch nicht das letzte mal an diesem Abend sein, das Jack oder ein Angestellter fluchtartig den Laden verließ, um weitere Dinge zu besorgen. Das Essen war sagen wir mal mittelprächtig. Aber der Besuch des Resturants ist auf jeden Fall ein Erlebnis.

let´s go to tortuguero

Das nächste Ziel unserer Reise sollte Tortuguero sein. Das liegt im Norden an der Karibikküste. So stellten wir uns auf einen Tag im Auto ein, da wir ungefähr 200 Kilometer zu überwinden hatten. Das klingt jetzt nicht so viel, aber da es keine Autobahn auf dieser Strecke gibt, benötigt man doch immer mehr Zeit als gedacht. Die letzen Kilometer führten dann auch nur noch über Holperstraßen und zwischenzeitlich waren wir uns dann auch nicht mehr ganz so sicher, ob wir denn überhaupt auf der richtigen Route waren. Als wir schon nicht mehr damit gerechnet hatten, überhaupt noch irgendwo anzukommen, erreichten wir dann doch den Pier von La Pavona. Hier wollten wir unseren Wagen für 3 Tage parken, da es keine Möglichkeit gibt, Tortuguero mit dem Auto zu erreichen.  Der Ort ist von Kanälen umgeben und nur per Boot zu erreichen. Also mussten wir unser komplettes Gepäck (was nicht wenig war) mitnehmen, um auf keinen Fall Wertgegenstände im Auto zu hinterlassen. Leider hatten wir ein Boot um wenige Minuten verpasst und nun 2 Stunden Wartezeit vor uns, bis das nächste Boot fahren sollte. Es kamen allerdings andauernd irgendwelche Leute auf uns zu, die uns anboten uns mit ihrem eigenen Boot nach Tortuguero zu bringen. Irgendwie hatten wir aber ein ungutes Gefühl dabei. Genau kann ich das im nachhinein nicht mehr erklären warum das so war. Vielleicht weil wir diesmal unser ganzes Gepäck am Laib hatten. So entschieden wir uns lieber auf das offizielle Boot zu warten, statt das Angebot von irgendjemandem anzunehmen. Nach langer Wartezeit ging es dann endlich weiter. Ein kleines Boot brachte dann sowohl Einheimische als auch Reisende nach Tortuguero. Die 45 minütige Fahrt auf dem Rio Suerte war sehr schön, denn auch hier gab es wieder viel Natur zu bestaunen. Durch kleine Kanäle erreichten wir dann endlich das Ziel.

 

Leider erreichten wir mal wieder das Ziel erst bei Dämmerung. Da Tortuguero Autofrei ist, mussten wir uns zu Fuß im dunklen auf die Suche nach unserer Unterkunft machen, was sehr unangenehm war. Es gab keine richtigen Straßen, so bewegten wir uns durch dunkle Gassen und Hinterhöfe mit all dem Sack und Pack was wir dabei hatten. Wir konnten unsere Unterkunft, die wir am Vorabend gebucht hatten einfach nicht finden. So irrten wir umher und fühlten uns nicht sehr wohl bei der Sache. Als ein Mann uns anbot uns an ans Ziel zu bringen folgten wir ihm zunächst. Wieder ging es durch die dunklen Gassen und dann auch noch durch einen noch finstereren Park. Währenddessen der Mann dann auch noch telefonierte und wir das Gespräch natürlich nicht verstehen konnten, da er spanisch sprach wuchs in uns das ungute Gefühl. Wir hatten die Befürchtung dass er uns in den Park führen wollte in dem seine Freunde bereits auf uns warteten, um uns dann um unseren Fotoapparat und sonstige Sachen zu erleichtern. Mitten im Park entschieden wir mit zunehmend komischem Gefühl umzudrehen und ließen den Mann unhöflicherweise einfach stehen. Leider änderte sich nichts daran, dass wir irgendwie durch diesen Park laufen mussten. Durch GPS sahen wir das die Richtung schon stimmte. Kurz darauf bot uns ein weiterer Mann Hilfe an. Da er etwas schmächtiger war und wir dachten, dass wir diesen Hempfling im Fall der Fälle schon schaffen würden, versuchten wir es erneut. Er führte uns durch den gleichen dunklen Park. Der Mann von vorher war hier auch immer noch unterwegs. Blöde Situation, aber was macht man da? Letztendlich sind wir dem Mann dann einfach weiter gefolgt und siehe da, er hat uns ohne Umwege zuverlässig zum Ziel gebracht. Nun hatten wir ein mega schlechtes Gewissen, wegen unserer Fehleinschätzung der beiden Männer, die uns wirklich nur behilflich sein wollten und im Grunde sehr sehr freundlich waren. Natürlich hätte es auch anders kommen können, aber wir sind beide immer erstmal sehr skeptisch und misstrauisch. Ich denke ein gesundes Mittelmaß ist an dieser Stelle gut.

Ist ja alles gut gegangen und wir waren endlich bei Bill´s Place angekommen, welchen wir wieder über Airbnb gebucht hatten. Von Bill unserem Host wurden wir schon im Garten begrüßt, da er bereits auf unsere Ankunft gewartet hatte. Er hatte sich ein Lagerfeuer im Garten gemacht und wir leisteten ihm erstmal Gesellschaft. Er zwang uns regelrecht seinem Nachbarn einen Besuch abzustatten, da wir bei ihm Bier bekommen sollten. Da wir das nicht ausschlagen konnten, taten wir was uns “befohlen” wurde und klopften beim Nachbar an. Der wusste anscheinend schon bescheid und reichte wortlos 2 Bier aus dem Fenster. Das ließen wir uns nach den Strapazen erstmal am Lagerfeuer schmecken.

Bill erzählte uns sehr viel und hatte super Tips parat. Der wichtigste Hinweis war allerdings, das wir uns auf der Insel überhaupt keine Sorgen machen müssen, da hier alles sehr sicher ist. Nach seinen Worten ist in Tortuguero noch nie irgendwas passiert. Wenn wir das mal früher gewusst hätten. Die Unterkunft selber war sehr schlicht und einfach. Bill selber bewohnte auch nur ein von ihm selber zusammengeschusterten Zelt. Für seine Gäste hatte er eine Wellblechhütte gebaut. Er war ein amerikanischer Aussteiger und außerordentlich lustig.

Am nächsten Tag bot Bill uns sein Kanu für einen Ausflug durch die Kanäle an. Wir wollten erst ablehnen da wir etwas skeptisch waren, ob es so eine tolle Idee sei auf eigene Faust durch die Kanäle zu paddeln. Womöglich verirren wir uns wieder und sind verloren in den Dchungelkanälen. Er war aber auch hier wieder so bestimmend, dass wir sein Angebot letztendlich doch wahrnahmen. Mit Bills Worten ” If you see a crocodile, just don´t freak out” begannen wir das Abenteuer. Als Basti die Nussschale von Bill inspizierte, die lediglich wenige Zentimeter aus dem Flusswasser ragte, meinte er, damit könne man ja direkt ins geöffnete Maul des Krokodils hineinfahren. Das macht Mut! Als wir mitten im Dschungel waren regnete es Backsteine vom Himmel, zum Glück hatten wir Regencapes dabei. Da Tortuguero zu den regenreichsten Gebieten Costa Ricas gehört, waren wir vorbereitet. Allerdings war es so krass das wir schon Angst hatten das unser Kanu kentern würde, aufgrund des vielen Wassers und des starken Gegenwindes.
Mit vereinten Kräften kämpften wir uns schnellstmöglich zurück zu unserem Ausgangspunkt. Das war ein hartes Stück Arbeit bei den Wassermassen von oben und den stürmischen Gegenwind, welcher selbstverständlich genau aus der Richtung kam, in der unser rettendes Ufer lag. Schlussendlich haben wir es dann geschafft. Und das ohne uns zu verirren, unterzugehen oder gefressen zu werden. Und unser Workout hatten wir hiermit auch gleich erledigt. Tatsächlich war es eine super Tour und hat uns richtig viel Spaß gemacht.

Am nächtsen Tag erkundeten wir zu Fuß das Örtchen und die Umgebung. Auch hier hatten wir wieder mit Dauerrregen zu kämpfen. Tortuguero ist eigentlich für seine vielen Schildkröten bekannt, die zur Eiablage hier herkommen. Da es aber gerade nicht die Saison war, konnten wir leider keine einzige sichten. 🙁

 

last stop: playa hermosa

Nach 3 Tagen verließen wir das nasse, aber sehr schöne Tortuguero wieder per Boot und fuhren anschließend wieder an die Pazifikküste. Wir hatten noch 3 Tage bis zur Abreise übrig. Es war vielleicht nicht die allerbeste Lösung, wieder ganz auf die andere Landesseite zu fahren, aber im Norden der Karibik hatten wir keinen anderen Anlaufpunkt mehr, den wir gerne besucht hätten. Also suchten wir nach einen geeigneten Ort für unsere letzten Urlaubstage, von wo aus es dann bei Abreise nicht so weit nach San José und somit zum Flughafen war. So strandeten wir in Playa Hermosa an der Pazifikküste. Das ist etwas Abseits von Jacó, einem größeren Touristenort. Jacó selbst wollten wir deshalb nicht besuchen, da es bekannt für seine Touristenmassen ist und wir lieber die letzten Tage entspannt angehen wollten. Die Unterkunft Casa del Alto hatten wir wieder über Airbnb gebucht. Diesmal ein kleines Blockhüttchen das perfekt für die letzten Tage sein sollte.

Wir unternahmen noch ein paar kleinere Ausflüge unter anderem zu einer verlassenen und teils verfallenen Hotelanlage. Nartürlich entspannten wir auch nochmal so richtig am Strand, um erholt die Heimreise anzutreten. Ein kleines Erdbeben sollten wir in unserer Unterkunft auch noch mitbekommen. Das ganze Häuschen hat sich leicht hin und her bewegt. Es fühlte sich ein wenig so an, als hätte man zuviel Kaffee getrunken und es sei einem leicht schwummrig.

san josé wir kommen wieder

Die letzte Nacht in San José war bereits vor Antritt der Reise gebucht worden (Landleistung). Allerdings dachten wir darüber nach sie verfallen zu lassen, da wir die Besenkammer ja bereits kannten. Um größeren Stress zu vermeiden entschieden wir aber, dass es sinnvoll sei die Nacht vor Abflug in San José zu verbringen. Dies sollte sich auch als sehr weise herausstellen. Denn durch einen weiteren Erdrutsch waren die Straßen teilweise gesperrt und die Aufräumarbeiten dauerten ewig. So standen wir einige Stunden im Stau, ohne dass es voran ging. Die Leute nahmen es gechillt und verließen einfach ihre Autos und relaxten am Straßenrand. Wenn wir an diesem Tag ein Flugzeug hätten erwischen müssen, wären wir verloren gewesen. In San José gab es dann die nächste Überraschung. Nach der Zimmervergabe gaben wir uns zu erkennen und dass wir bereits schon einmal in genau diesem Zimmer waren. Der Portier schaute uns mitleidig an und gab uns ein kostenfreies Upgrade, da er sich wahrscheinlich bewusst war wie furchtbar dieses Zimmer ist. Nun durften wir ein größeres Zimmer mit eigenem Bad und sogar einem Fenster beziehen. Top, läuft doch.

Zu guter Letzt schlenderten wir nochmal durch die Hauptstadt. Diese empfanden wir als nicht besonders schön, was auch schon im Reiseführer so beschrieben wurde.

 

fazit

Costa Rica hat uns umgehauen. Wir sind uns im nachinein einig, dass es eine der Besten Reisen bisher gewesen ist. Das Land hat so viel zu bieten und ist sehr vielfältig. Man hat den wunderschönen grünen Dschungel mit seinen bunten Bewohnern, sowie Berge zum Wandern und atemberaubende Strände. Nie hätten wir gedacht, dass wir so viele wilde Tiere und so viele schöne Pflanzen sehen würden. Dazu kommt, dass es sehr angenehm war dieses Land auf eigene Faust mit dem Mietwagen zu erkunden. Wir sind ausschließlich netten, hilfsbereiten Meschen begegnet, Einheimischen sowie Auswanderern und Reisenden. Sehr multikulturell eben. Das spiegelte sich auch in den Restaurants wieder, denn man bekommt hier alles was das Herz begehrt. Die Sodas (einheimische Restaurants) zaubern superleckere Gerichte zu kleinen Preisen, aber man findet auch an jeder Ecke ein internationales Restaurant, dass dann halt auch etwas teurer ist. Alle Unterküfte die wir über Airbnb gebucht hatten waren super. Diese waren in unserem Fall auch immer wesentlich besser als die Hotels. So bekam man auch mehr Kontakt zu den Menschen die hier leben. Für das typische Hostelleben im Mehrbettzimmer sind wir mitlerweile wie wir finden einfach etwas zu alt. Die geführten Touren waren auch allesamt super und gut organisiert. Einzig sollte man vielleicht vermeiden in der Hauptreisezeit zu reisen, da es an manchen Hotspots, wie wir glauben, sehr überfüllt werden kann. Ob uns nun die Pazifik- oder Karibikküste besser gefallen hat, können wir nicht beantworten, da beide sehr unterschiedlich waren und jede seinen ganz eingenen Charme und Reiz hatte. Am besten einfach selber herausfinden, es lohnt sich wirklich dieses tolle Land zu besuchen.

Unsere Highlights dieser Reise:

  • Geführte Tour im Corcovado National Park
  • Rafting auf dem Rio Paquare
  • Die Art mit dem Mietwagen durch das Land zu reisen
  • Die Ananas (unbedingt probieren)

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