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USA Reisebericht

California here we are

Bereits 2013 hatten wir eine Tour durch Kalifornien, Arizona und Nevada gemacht. Damals mit Mietwagen und Motelaufenthalten. Diesmal wollten wir eine etwas andere Route nehmen, die aber auch in Kalifornien beginnen sollte. Auch waren wir diesmal mit einem riesigen Motorhome unterwegs. Mit auf Reisen waren meine Schwester Jenny und ihr  Mann Sven, die uns auch schon 2013 begleitet hatten. So eine Art Familienausflug also.

Da wir über Urlauspiraten ein unglaubliches Flugangebot gefunden hatten, sollte unsere Reise diesmal in Berlin starten. Bereits bei der Anreise zum Flughafen streikte unser Auto mehrmals und hatte plötzlich keine Leistung mehr. Nach mehreren Stopps entschied sich der Motor glücklicherweise doch immer wieder zu laufen. Allerdings war es da schon fraglich, ob wir unseren Flug noch erreichen würden. Mit dem Glück auf unserer Seite hat es dann doch noch geklappt. Am Flughafen sollten wir dann eine weitere Hiobsbotschaft bekommen. Die nette Frau am Schalter konnte uns nicht genau sagen, ob wir an diesem Tag wirklich bis San Francisco fliegen könnten. Wir hatten einen Zwischenstopp in London und der Flug von London nach San Francisco war komplett überbucht. So teilte sie uns mit, dass wir erstmal nach London fliegen sollen und da weitersehen können, ob wir das nächste Flugzeug wahrnehmen können. Ansonsten müssten wir eine Nacht in London verbringen, um am nächsten Tag die Weiterreise antreten zu können. Der Gedanke gefiel uns überhaupt nicht und wir hofften einfach auf weiteres Glück. Am Londonder Flughafen war dann alles ganz wild. Orientierungslos rannten wir von Schalter zu Schalter, um herauszufinden wie es denn jetzt weiter gehen soll. Erst hieß es, dass wir nicht an Bord gehen können aber irgendwie haben sie uns dann doch auf die Flugliste gesetzt und wir wurden mitgenommen, hurra!

San Francisco

In San Francisco hatten wir bereits das Hotel Aura gebucht, das sehr nahe am Flughafen lag. Da wir sowieso nur eine Nacht dort verbringen wollten, um am nächsten Tag den Camper in Empfang zu nehmen. Wir hatten ein Zimmer mit zwei King-Size Betten und so verbrachten wir die Nacht gemeinsam in einem Zimmer. Da es auch Svens Geburtstag war, besorgten wir uns noch Dosenbier zum gebührenden Anstoßen 🙂

Danach fielen wir auch schon totmüde in unsere Bettchen. Am nächsten Morgen bekamen wir ein opulentes Frühstück, wie es in der USA so üblich ist. Zur Auswahl standen Waffeln zum selberbacken, Fruit Loops in Atom-Neonfarben oder weißer Toast mit Marmelade oder Peanut Butter, elegant angerichtet auf Styropor-Geschirr. So kann man dann total überzuckert und voller Energie in den Tag starten.

Ein Taxi brachte uns dann zu Cruise America nach Newark was sehr weit und teuer war, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätten wir locker über 4h gebraucht und hätten einigemale umsteigen müssen. Ich denke bei unserem Glück, wären es wohl auch eher 6h gewesen. Cruise America bot auch einen Shuttleservice an, der aber übertrieben teuer war und somit waren wir mit dem Taxi genauso gut, bzw. besser bedient. Nach der Inspektion unseres neuen Gefährtes, waren wir erstmal erschlagen von dessen riesigen Ausmaßen. Nun, es war ja auch unser aller Zuhause für die nächsten Wochen. In Deutschland hätten wir ein Fahrzeug dieser Größe nur mit einem LKW-Führerschein fahren dürfen. In den USA interessiert das allerdings keinen, bzw. darf man so etwas mit einem normalen Führerschein fahren. Da die Straßen in den USA sehr breit und die Parkplätze auch für Panzer ausgelegt sind, waren wir guten Mutes. Basti erklärte sich, mit Schweißperlen auf der Stirn bereit die erste Jungfernfahrt zu wagen und chauffierte uns galant aus der Stadt, auf dem Highway 101 Richtung Norden. Unser erster Stopp sollte in der Nähe vom Redwood Nationalpark sein, damit wir diesen am nächsten Tag besuchen konnten. Laut Navi sollten wir ca 6h brauchen und 364 Meilen vor uns haben. So hätten wir dann planmäßig um 20.00 Uhr dort einen Campingplatz in der Nähe erreichen sollen. Wir schafften es aber leider erst um 3 Uhr nachts. 🙂

Warum das so war, kann irgendwie keiner im Nachhinein mehr sagen. Okay, wir waren noch im Walmart und haben uns erstmal mit Lebensmitteln etc. eingedeckt und hatten kurze Fahrpausen, aber das dauert ja auch nicht 7 Stunden. Unterwegs haben wir über die RV Parky App einen passenden RV Campground gefunden, den wir ansteuern wollten. Nachdem wir feststellten, dass unser Zeitplan überhaupt nicht aufgehen würde, telefonierten wir mit dem Besitzer des Campgrounds und klärten, ob wir bei Ankunft nach den Öffnungszeiten noch auf den Platz fahren können, was kein Problem darstellte. So erreichten wir nach einigen Fahrerwechseln mitten in der Nacht den Klamath´s Camper Corral RV Park &  Campground.

Nach einer nicht so ausgiebigen Nachtruhe, bereiteten wir am nächsten morgen das Frühstück vor. Gerade als wir den Camper verlassen wollten, gab es einen unfassbar lauten Knall der uns in die Knie zwang. Vor unseren Augen rollte ein riesiger brennender LKW ins Sichtfeld (gefühlt in Zeitlupe), der im gleichen Moment ein weiteresmal mit einem lauten Knall explodierte. Dieser Moment wenn man wie angewurzelt da steht und erstmal gar nicht reagieren kann werde ich nicht vergessen.

Nun gab es einen weiteren Knall und wir hörten Menschen schreien. Im zweiten Moment als der Kopf wieder funktionierte, war klar das wir sofort helfen müssen. Erst wollten wir zur Unfallstelle rennen, um zu sehen was wir tun können, doch das hätte zu lange gedauert. Der brennende LKW stand auf einer Brücke und bis wir die erreicht hätten wäre jede Hilfe zu spät und aufgrund der vielen Explosionen hätten wir wohl auch gar nicht gewusst was wir vor Ort machen sollen. Ohne weiter nachzudenken rannten wir zur Rezeption, um dort nach Hilfe zu suchen. Leider war diese unbesetzt. Basti griff nach dem Telefon und wählte die Nummer des Notrufes die er zum Glück im Kopf hatte. Er konnte keinen genauen Standort durchgeben und so waren wir froh das gleich darauf der Campingplatzbetreiber kam und den Höhrer entgegen nahm und die Daten durchgab. Nach dem Notruf meinte der Campingplatzbetreiber, dass es nun bestimmt eine halbe Stunde dauern würde bis die Feuerwehr eintreffen würde. Der LKW brannte tatsächlich mindestens 20 minuten weiter bis auf das Stahlgerüst runter bis die Feuerwehr endlich eintraf. Dann kamen auch Rettungshelikopter und kreisten über uns, die aber leider keinen mehr retten konnten. Wie sich später heraus stellte sind ein PKW und ein LKW frontal ineinander gefahren und keiner der Insassen hatte überlebt. Die Aufräumarbeiten auf der Brücke dauerten den ganzen Tag.

Unser Tag hatte somit auch keinen guten Start gehabt. Wir saßen noch eine ganze Weile schweigend am Tisch und mussten erstmal verarbeiten was wir gesehen hatten. Später holten wir dann unser Frühstück nach, doch es bekam sowieso keiner so richtig etwas hinunter.

Eigentlich wäre für diesen Tag geplant gewesen in den Redwood State Park zu fahren. Da die Straße aber nun vollständig gesperrt war, konnten wir unseren Campingplatz nicht verlassen. Da es mitlerweile auch schon Mittagszeit war, entschieden wir uns einfach zu Fuß ein wenig die Umgebung zu erkunden und erst am nächsten Tag weiter zu fahren. Über einen Pfad erreichten wir einen Fluss und uns kam die Idee, dass wir mit unseren Campingstühlen hier etwas verweilen könnten. Die besorgten wir uns kurz darauf und verbrachten den Tag dann dort. Am Abend machten wir ein großes BBQ am offenen Feuer und ließen den Tag ausklingen.

Guter Hoffnung das dieser Tag besser werden würde, machten wir uns diesmal am frühen Morgen auf den Weg zum Prairie Creek Redwoods State Park in Humboldt County. Bereits die Anreise war der Hammer, denn wir fuhren durch spektakuläre Waldstraßen, die mit gigantischen Sequoia Bäumen gesäumt waren. Um die Natur nicht nur vom Auto aus zu bestaunen, entschieden wir uns für eine Wanderung. Wir liefen den James Irvine Trail zum Fern Canyon. Das ist eine Schlucht deren Steilwände komplett mit Farnen überwuchert ist. Auch diente sie schon als Filmkulisse für u.a. Jurassic Park und Star Wars. Die anstrengende Wanderung hat sich mit jedem Schritt gelohnt. Wir wanderten über schöne Waldwege und schlängelten uns durch die riesigen Baumgiganten die teilweise im mystischen Nebel verhüllt waren.

Nach der erfolgreichen Wanderung verließen wir den State Park und fuhren weiter südlich den Campingplatz Elk Country RV Resort & Campground an. Dieser liegt direkt am Meer und wie der Name schon erahnen lässt, trieben hier viele Elche ihr “Unwesen”.

Am nächsten Morgen wollten wir uns weiter in Richtung Süden bewegen und verließen nun den Highway 101, um uns auf der State Route 254  fortzubewegen. Diese Route verläuft ziemlich parallel zum Highway, ist aber weitaus schöner, da man durch die Avenue of the Giants  fährt.

Wie der Name schon verrät, befinden sich hier gigantische Baumriesen am Wegesrand und das macht die Autofahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Wir können diese Route absolut empfehlen. Auch weil man hier wieder schöne Wanderungen machen kann.

Später trifft die State Route dann wieder ohne größeren Umweg auf den Highway 101. Den Abend verbrachten wir dann auf dem Golden Rule RV Park. Nach einer Autopanne und längerem Aufenthalt am Straßenrand sind wir leider nicht all zu weit gekommen. Uns ist ein Unterbodenblech abgerissen das dann lautstark über den Asphalt schliff. Nach sehr langem ausharren am Straßenrand, um in der Hotline der Autovermietung jemanden in die Leitung zu bekommen, konnten die uns allerdings auch nicht weiterhelfen.

Da sie sehr überlastet waren und deshalb keine Hilfe zeitnah schicken konnten, entschieden die Männer das Blech abzumontieren. Da wir sowieso am nächsten Tag wieder in San Francisco sein würden, entschieden wir uns dazu, dort nochmals die Vermietung anzusteuern um den Schaden begutachten zu lassen. Außerdem hatten wir ohnehin Probleme mit unserem Gasboiler, was wir in diesem Zuge ebenfalls prüfen lassen wollten.

san francisco

Auf San Francisco haben wir uns sehr gefreut, da wir die City schon bei unserer letzten Reise als sehr schön empfunden hatten. Da hatten wir aber nur 3 Tage eingeplant, die natürlich absolut nicht ausreichten. Erst ging es aber mit einem kleinen Umweg zur Autovermietung, um die Sachlage bzgl. des abgefallenen Bleches am Generatorrahmen prüfen zu lassen. Außerdem wurde eine Platine des Boilers getauscht, um diesen wieder zum Laufen zu bringen.

Gerne hätten wir in San Francisco ein Motel im Zentrum wahrgenommen, um gleich im Geschehen zu sein, aber wir hatten absolut keine Chance unser riesen Gefährt irgendwo zu parken. Das ist leider der Nachteil von diesem großen Ochsen. Generell ist der Camper einfach zu groß um in die Städte hineinzufahren.

Also steuerten wir den Candlestick RV Park an. Der hatte auf Google zwar nicht so vielversprechende Bewertungen, aber er war der City am Nähesten. Außerdem konnte er mit einem Shuttleservice zur Stadt punkten. So schlimm wie befürchtet war er dann auch gar nicht. Die Camper standen alle in Reih und Glied auf einem großen geteerten Platz und wirklich viel Luft zum Nachbar hatte man auch nicht. Dafür war er dann auch recht teuer. Der Shuttleservice funktionierte aber super und das bis spät in den Abend. Für ein paar Tage in denen man sich ja sowieso meist in der Stadt aufhält ganz okay.

Der nächste Tag startete mit einer kleinen Feier, da unsere Jenny ihren 30. Geburtstag  zu feiern hatte. Wir hatten im Vorfeld Videobotschaften für ihren großen Tag von Freunden und Familie gesammelt, die sie nun zu sehen bekam. Die Überaschung ist sehr gelungen und Jenny saß gerührt am Frühstückstisch. Danach ging es auch schon los, da wir den Tag auf Alcatraz verbringen wollten.

 

alcatraz

Der Besuch war wirklich mega interessant und sollte auf jeden Fall auf die Must do-Liste von San Francisco gesetzt werden. Man durchläuft das Areal und bekommt über Kopfhörer eine Audioführung. Durch die aufgenommenen Geräusche und Gespräche bekommt man eine sehr beklommene Stimmung und kann vielleicht annähernd fühlen, was sich damals abgespielt hat. Daumen hoch für diese Tour!

streifzug durch die city

cycling the city

Um noch ein paar Eindrücke der Stadt zu bekommen, nahmen wir am nächsten Tag das Rad als Verkehrsmittel. So konnten wir ein größeres Gebiet erkunden als zu Fuß. Die Möglichkeit ein Fahrrad zu mieten gibt es am Hafen an jeder Ecke. Wir empfanden unsere Fortbewegung als super angenehm und haben dadurch viele Ecken entdeckt, in denen wir sonst wahrscheinlich nicht gelandet wären. Sehr anstrengend waren allerdings die für San Francisco bekannten sehr steilen Straßen, die wir zu bezwingen hatten. Unsere Tour startete am Hafen quer durch die Stadt zum Golden Gate Park, der besonders schön mit dem Rad zu erkunden war. Danach landeten wir am Ocean Beach, über den wir zum Lands End Lookout und den Presidio of San Francisco Park zur Golden Gate Bridge kamen. Dort gönnten wir uns erstmal eine Verschnaufpause, da wir wieder sehr fleißig die steilen Straßen bezwungen hatten. Wer noch die Kraft besitzt sollte unbedingt einen Abstecher zu Fuß an den Baker Beach machen von dem aus man eine mega Aussicht von unten auf die Brücke hat. Die Brücke kann man auch mit dem Fahrrad überqueren und wer Lust hat, kann sogar eine Fähre von Sausalito zurück an den Fährhafen von San Francisco nehmen. Wir radelten allerdings quer durch die City zurück, da wir auf der anderen Seite bereits beim letzten Besuch waren.

Die City hat uns beim zweiten Besuch fast noch besser gefallen. Es gibt sehr viel zu entdecken und das schöne ist, dass man viel zu Fuß und per Rad entdecken kann. Was in vielen anderen Amerikanischen Großstädten eher nicht der Fall ist aber in SF spielt sich sehr viel im Freien ab. Man findet gute Restaurants für jeden Geschmack. Was uns diesmal vermehrt aufgefallen ist, sind die zahlreichen Obdachlosen, die teilweise in sehr schlechter körperlicher und geistiger Verfassung waren. Wir verließen San Francisco nach ein paar tollen Tagen, um nun wieder in die Natur zu fahren. Nächster Stop sollte der Yosemite Nationalpark sein, auf den wir besonders gespannt waren. Einen Campingplatz der recht einladend aussah, fanden wir kurz vor dem Parkeingang. Dort verbrachten wir den Abend mit einem BBQ, um den Park erst am nächsten Tag zu besuchen.

yosemite nationalpark

Wir hatten einen wundervollen Tag für den Park erwischt. Er war in keinster Weise überlaufen und die Sonne strahlte für uns, ohne das es zu warm war. Dennoch kamen wir reichlich ins schwitzen, da wir eine sehr anstrengende Wanderung gemacht haben. Los ging es auf dem Mist Trail über den Vernal Fall Trail und später auf den John Muir Trail bis zum Subdome, was wirklich anstrengend war, aufgrund der Höhenmeter die es zu überwinden galt. Aber es war jede Schweißperle wert. Ganz auf den Half Dome sind wir leider nicht gekommen, da er zu dieser Jahreszeit noch nicht gesichert war. Das letzte Stück auf die Spitze des Half Dome ist über die Sommermonate mit einem Drahtseil gesichert und mit einem Permit kann man diesen dann bezwingen. Für uns endete der Trail am Subdome, mit der Sicht auf die  Steilwand des Half Domes. Hin und zurück waren es bis hier hin ungefähr 24km die uns aber auch absolut gereicht hatten.

 

Am nächsten Tag sind wir wieder von unserem Campingplatz der etwas außerhalb lag, in den Park gefahren und was soll ich sagen, wir erkannten ihn nicht wieder. Es schoben sich Automassen hinein und wir konnten trotz langem Suchen keinen Parkplatz finden. Wir mussten leider feststellen, dass wir im Wochenende angekommen waren und das hatten wir nicht bedacht. Wir hatten auch keine Lust uns gemeinsam mit diesen Menschenmassen durch den Park zu schieben. So verließen wir den Park leider wieder, um ihn lieber so schön wie er am Vortag war in Erinnerung zu behalten. Auf jeden Fall sollte man diesen Park besuchen, aber bestenfalls halt nicht am Wochenende.

Das nächste Ziel sollte Death Valley sein und in den Sommermonaten hätten wir das Valley über den Tioga Pass über die Sierra Nevada erreichen können. Da er aber der höchstgelegene Highway-Pass in Kalifornien ist, kann man ihn nur wenige Monate befahren, da sonst wegen den hohen Schneeverhältnissen kein durchkommen ist. Also mussten wir die Sierra Nevada komplett umfahren. Dadurch kamen wir am Kings Canyon National Park vorbei, den wir dann am nächsten Tag besuchten. Den Abend verbrachten wir dann aber erstmal wieder mit einem tollen BBQ auf dem Riverbend RV Park.

 

kings canyon nationalpark

Den Kings Canyon Nationalpark gingen wir ganz gediegen an. Da wir einige steile Pässe überwinden mussten, kamen wir mit unserem großen Gefährt sowieso nicht all zu schnell voran. Sehr große Waldflächen waren durch starke Waldbrände gezeichnet. Das kann man sich gar nicht vorstellen welches Ausmaß diese Brände wohl gehabt haben müssen. Da wir alle etwas ausgelaugt und müde waren, verweilten wir den ganzen Tag am Hume Lake und tankten erstmal wieder etwas Energie. Ja das reisen strengt auch irgendwann an.

sequoia national park

Dank unserer Verschnaufpause die wir uns Tags zuvor gegönnt hatten, waren nun alle wieder fit. Wir fuhren in den Sequoia National Park der nur etwa 1 Stunde vom Kings Canyon entfernt ist. Ich würde sagen das er sich nicht sehr stark vom Kings Canyon Nationalpark unterscheidet. Auch dieser war sehr stark von Waldbränden gezeichnet, die den Sommer zuvor gewüttet hatten. Voller Energie haben wir eine schöne Wanderung auf den Moro Rock gemacht und hatten eine fantastische Aussicht auf die schneebedeckte Sierra Nevada, die wir heute noch mit unserem Auto umfahren wollten. Gegen Mittag starteten wir auch den Motor und los gings. Wir hatten kein bestimmtes Ziel, sondern wollten einfach schauen wie weit wir kommen würden.

fahrt zum todestal

Die Fahrt war sehr abwechslungsreich und damit meine ich nicht die Landschaft die an uns vorbeizog. Die veränderte sich zwar auch aber eher nur alle paar Stunden. Abwechslungsreich waren eher unsere Schlafpositionen im Auto. Ich glaube wir haben es nie geschafft alle gleichzeitig wach zu sein. Ich meine eigentlich ist die Landschaft absolut spektakulär, aber eben oftmals auch stundenlang eintönig und gepaart mit der Wärme hat uns das fix und fertig gemacht. Der Plan war es an diesem Tag so weit wie möglich zu fahren, damit wir am nächten Tag schon Death Valley erreichen würden. Nach einigen Fahrerwechseln und mehreren Stunden auf der Straße, wollten wir uns einen Campingplatz auf unserer Route suchen. Wir nutzen unsere RV Parky App und wurden auch schnell fündig, allerdings mussten wir noch einige Kilometer durchhalten. Wir erreichten den El Solana RV & Mobile Home Park in Inyokern leider erst bei Dunkelheit. Der Platz und auch der Eigentümer sahen etwas verwahrlost aus. Gerne wären wir weiter gefahren aber unsere Müdigkeit ließ das nicht zu. Also suchten wir uns einen geeigneten Platz, den es eigentlich nicht gab, da alles heruntergekommen und schäbig war. Auch die anderen Camper sahen eher nach Trailerpark und Junkies aus. So schien es dann letztendlich auch, wie wir am nächsten Tag bei Tageslicht feststellen konnten. Kaum ein Trailer hatte noch Räder und der Campingplatz glich eher einem Schrottplatz. Ich bezweifele sehr stark das wir hier geblieben wären, hätten wir dieses Ausmaß am Vortag gesehen. Wobei wir schon bei der Ankunft festgestellt hatten, dass wir den Abend lieber im Inneren des Wagens verbringen sollten.

death valley

Die Fahrt blieb weiterhin anstrengend und wir benötigten einige Pausen, um uns die Füße zu vertreten. Es war nicht so optimal von den hinteren Plätzen des Campers etwas Sicht nach draußen zu bekommen, da man im Seitenfenster die Landschaft immer nur an einem vorbeifliegen sah. Für die beiden vorne Sitzenden war es absolut schön die Weite zu genießen, während für die beiden hinteren es eher anstrengend war. Im Death Valley angekommen wanderten wir in den Mosaic Canyon. Der Canyon besticht durch seine vielen Farbschattierungen und seinen teils bizarren Felsformationen. Stellenweise musste auch etwas geklettert werden, um dem Weg weiter folgen zu können. Irgendwann mussten wir allerdings hitzebedingt umkehren, da es unerträglich heiß war und wir keine Lust auf einen Sonnenstich hatten. Danach fuhren wir zum Badwater Basin, das ist eine Senke im Valley und der tiefste Punkt Nordamerikas mit einer Höhe von 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Dies ist auch der heißeste Punkt der USA. Badwater ist ein Überbleibsel des vorzeitlichen Sees Lake Manly. Die riesen Fläche ist bedeckt mit einer zentimeterdicken Salzkruste. Irgendwo muss auch eine Quelle  vorhanden sein da wir unseren Augen nicht trauen konnten, als wir ein paar Kilometer weiter plötzlich wie eine Fata Morgana eine grüne Oase entdeckten. Die Sonne verabschiedete sich nun so langsam und nach einem wunderschönen Sonnenuntergang den wir vom Zabriskie Point  bestaunt hatten, bezogen wir unseren Campingplatz The Ranch at Furnace Creek Resort. Der liegt hinter dem Besucherzentrum Furnace Creek.

 

Wir waren der Meinung das es in der Wüste sobald die Sonne verschwindet sehr kalt werden würde, das war aber in keinster Weise der Fall. An eine angenehme Nachtruhe war nicht zu denken, da es einfach zu warm blieb. Irgendwann zogen wir aus unserem Camper aus um die Nacht im freien zu verbringen und wenigstens ein wenig Luft ab zu bekommen. Aus Angst vor Schlangen und Spinnen breiteten wir ein Nachtlager auf den vorhandenen Campingtischen aus um nicht am Boden schlafen zu müssen. Am nächten Morgen entdeckten wir einige Camper die genauso vor ihren Fahrzeugen nächtigten.

Eigentlich sollte es weiter in die Wüste gehen, um in den Zion Nationalpark zu kommen. Wir waren uns allerdings uneinig, ob mehrere Tage im Auto zu verbringen optimal sei. Auf der einen Seite wollten wir unbedingt in den Zion NP, auf der anderen Seite war es im hinteren Teil des Campers einfach nicht schön zu reisen und das wäre dann für mehrere Tage der Fall gewesen. Nachdem wir uns einig geworden sind, entwarfen wir einen komplett neuen Plan. Unsere Tour sollte nun über die Mojave Wüste nach San Diego gehen und über den Highway 1 an der Küste zurück nach San Francisco. Diesen Tag verbrachten wir dann aber erstmal damit, meilenweit durch die Wüste zu fahren, um weit in den Süden zu kommen. Auf der RV Parky App fanden wir einen Campingplatz der an einem See liegen sollte und den wollten wir nun erreichen. Das war allerdings kaum vorstellbar, da hier alles trocken und sandig war. Auch gab es kaum Wohnsiedlungen in dieser Gegend und wenn wir doch mal an einer vorbeifuhren, musste man sich schon fragen wie man hier in der einsamen kargen Wüste wohnen kann. Irgendwann tauchte in weiter Ferne ein riesiges Gebirge vor uns auf und wir stellten fest das wir das zu überqueren hatten. Jetzt wussten wir auch warum auf unserer App ein See zu sehen war, der nicht ausgetrocknet war, weil er im Gebirge und nicht in der Wüste lag. Wir kämpften uns die Serpentinen nach oben und schlagartig änderte sich die Natur. War vorher alles eintönig und trocken waren wir jetzt im grünen Wald mit Häusern die an den deutschen Schwarzwald erinnerten. Wir waren im Skigebiet Bear Mountain gelandet. Am Big Bear Lake fanden wir dann auch unseren auserkorenen Campingplatz. Viel Zeit verbrachten wir in unserem Schwarzwald allerdings nicht, da wir uns am nächten Tag wieder auf die Weiterfahrt nach San Diego machten.

 

san diego

Am Silver Strand State Beach fanden wir einen Campingplatz der einfach eine große geteerte Fläche war. Da er aber direkt am Meer war empfanden wir ihn als perfekt für die nächsten Tage. Wir verbrachten den Abend in unseren Campingstühlen mit Blick über die Wellen. Es war sehr windig und frisch so dass sich keiner von uns in deie Wellen stürzen wollte. Unser Nachbarcamper bot uns aber an diesem Abend eine perfekte Show die uns absolut unterhielt. Ich denke er wollte uns mit seinem Besitz beeindrucken, denn wie ein Kind das sich über seine Errungenschaften freut, zauberte er im Minutentakt etwas aus seinem mega Camper, um es uns zu presentieren. Erst ein Fahrrad mit dem er eine Runde um seinen Camper drehte, dann mit seinem Roller, danch folgte ein Drache, dann zog er sein Boot vorbei usw.. Das alles machte er unermüdlich in Höchstgeschwindigkeit. Am nächsten Tag sollte die Show dann für uns weiter gehen. Unermüdlich zog er weitere Gegenstände aus seinem Wagen. Diesmal hatte er sogar Verstärkung von eienem weiteren Typen. Die beiden waren einfach zum lachen komisch, aber auch etwas seltsam. Als sie dann auch noch eine Orgel aus dem inneren zogen verkrümelten wir uns erstmal, da wir genug der Darbietungen hatten. Wir fuhren mit dem Bus ins Zentrum, um uns San Diego anzuschauen. Am Busbahnhof angekommen wurden wir von einem Policeofficer abgefangen, der uns darauf aufmerksam machte, dass die Gegend hier nicht so ungefährlich ist und wir etwas vorsichtig sein sollten. Auch hier waren wieder sehr viele zwielichtige Gestalten unterwegs. Auch die Drogenabhängigkeit und Obdachlosigkeit ist hier wieder sehr auffällig. Das ist aber wahrscheinlich in allen großen amerikanischen Städten leider so. Man spürte die Nähe zu Mexico und Tijuana, da hier alles einen mexicanischen Einschlag hat. Wir besuchten San Diegos Old Town, dass schon sehr touristenlastig ist. Die Old Town soll an eine mexicanische Westernstadt erinnern. Man findet hier sehr viele Shops vollgestopft mit Kitsch, Zigarrenläden usw. Restaurants gibt es an jeder Ecke in denen mexicanische Köstlichkeiten zubereitet werden. Allerdings hat es uns nicht so besonders geschmeckt und die Cocktails die wir uns gönnten waren auch nicht besonders lecker. Persönlich fand ich es eher eine Touristenattraktion und nicht mehr.

Danach machten wir einen Streifzug durch das Innenstadtviertel Gaslamp Quater, das bekannt für seine vielen Restaurants, Clubs und Kneipen ist. An diesem Tag war hier aber gähnende Leere und kaum ein Mensch war hier unterwegs. Ob das an dem mitlerweile zugezogenen, regnerischen Wetter lag? Wahrscheinlich waren wir zu früh dran, da es erst früher Abend war. Das Viertel an sich wahr sehr schön und man konnte super zu Fuß unterwegs sein. Wir gönnten uns nochmal einen Restaurantbesuch und diesmal hatten wir eine gute Wahl getroffen. Das mexicanische Essen war der Hammer und wir ließen den Abend entspannt mit einigen Bieren ausklingen.

huntington beach

Am nächsten Morgen fuhren wir ca 2h den Highway 5 an der Küste entlang nach Huntington Beach. Dort wollten wir uns gleich einen Campingplatz für die Nacht sichern, was aber leider nicht möglich war, da sie nur Plätze für mehrere Tage vergaben. So parkten wir erstmal am Strand und wollten uns am Abend weiter um eine Schlafgelegenheit kümmern. Am Beach gab es mehrere Bike Rentals und wir hatten große Lust auf eine kleine Spritztour. So radelten wir am Strand entlang bis Newport Beach, das 5,6 Milen entfernt lag. Die Gegend war sehr schön. An der Strandpromenade reihten sich die Häuser der Reichen bzw. ich glaube das viele Häuser auch Urlaubshäuser waren. Da es Wochenende war, waren in den meisten Vorgärten bereits Privatpartys im Gange. Irgendwie war es etwas befremdlich, wie die Leute in ihren Cocktailkleidern und Anzügen im Vorgarten Champangner aus ihren Kühlern tranken. Alle lieferten für uns eine Art Show, um zu zeigen was man hat. Es wirkte fast etwas inzeniert. Was wir aber als sehr schön empfanden, waren die großen Zusammenkünfte von Freunden oder Familien die am Strand statt fanden. In großen Gruppen verbrachten sie den Tag am Strand und veranstalteten große BBQ´s mit Musik und allem was dazu gehört. Das fände ich für zuhause auch sehr schön, aber in Deutschland sind die Meisten immer beschäftigt und man braucht gefühlt immer einen Grund wie z. B. eine Geburtstagsfeier, um in reichlicher Zahl zusammen zu kommen.

Am Abend hatten wir dann etwas Probleme einen Campingplatz zu finden. Bei einem hätten wir nur übernachten dürfen, wenn wir bei einem Elchclub mitglied geworden wären 🙂 Wir entschieden uns gegen den Elchclub und suchten weiter. Nach langem Suchen, denn es gab recht wenige Plätze im Großraum Los Angeles,  landeten wir im Stadtteil Northbridge  auf dem Walnut RV Park. Der Platz war echt schön für das er “mitten in der City” war.

kurzer besuch auf dem highway 1

Der Highway 1 führte uns nun wieder Richtung San Francisco vorbei an Santa Babara, wo wir einen kurzen Stop einlegten, um am Strand zu frühstücken. Danach ging es weiter bis zur kleinen Küstenstadt Morro Bay. Dort hatte es uns bei unserer ersten Reise bereits so gut gefallen, das wir hier nochmal verweilen wollten. Wir verbrachten den Tag ganz entspannt am Strand, besuchten nocheinmal den Morro Rock der mit seinen 175m über den Ozean ragt und beobachteten eine große Otterfamilie die hier zuhause war. Die Nacht verbrachten wir auf dem Morro Strand RV Park, der uns auch wieder sehr gut gefallen hatte. Der ganze Ort hat einfach ein sehr relaxtes Flair und ist total schön.

pinnacles national park

Den letzten Tag vor unserer Abreise wollten wir im Pinnacles National Park verbringen. Diesen entdeckten wir eher durch Zufall, da er in unserem Reiseführer kurz erwähnt wurde. So fuhren wir ca 2h auf dem Highway 101 weiter in den Norden. Der jüngste Nationalpark Kaliforniens bietet schöne Wanderwege, über hohe Klippen und durch feuchte Höhlen. Da er weniger bekannt und kaum erwähnt ist, waren wir fast alleine unterwegs was es sehr idyllisch machte. Es gibt einen West und einen Osteingang in den Park. Wir kamen von Osten und parkten an der Bear Gulch Day Use Area. Von dort aus liefen wir zu Fuß den Moses Spring Trail über den Bear Gulch Cave Trail zum Bear Gulch Reservoir. Nach einer Verschnaufspause liefen wir über den Rim Trail zurück. Die Wanderung führte uns auf schönen Pfaden und einer dunklen Höhle zu einem kleinen See. Stellenweise musste man sich an den engen Höhlenwänden vorbei schieben und sogar etwas klettern, wobei in der Höhle Trittstufen und Seile angebracht sind. Taschenlampe sollte man unbedingt dabei haben. Der Parkbesuch hatte sich wirklich gelohnt.

fazit

Wir hatten eine mega gute Zeit mit vielen neuen Eindrücken. Durch die USA mit dem Camper zu reisen, hat uns besser gefallen als beim ersten Mal mit unseren Motelaufenthalten. Da diese nicht immer besonders schön waren und meist nur ihren Zweck erfüllten. Im Camper haben wir uns etwas mehr “heimelich” gefühlt und hatten sehr oft wirklich schöne Campingplätze. Gerade wenn man viel in der Natur unterwegs sein möchte, ist der Camper die bessere Wahl. Einzig und allein die Größe wäre vielleicht beim nächstenmal zu überdenken, da man mit dem Riesen nur bedingt alle Ziele anfahren kann. Am besten haben uns die Nationalparks gefallen, vorallem der Yosemite Nationalpark war unser persönliches Hihlight. Gerade für Wanderungen ist dieser absolut zu empfehlen, nur bedenkt die Wochenenden, da die zu überfüllten Parks führen. Durch die Wüste und das Death Valley zu fahren um die Weite wahrzunehmen, ist aber auch unbeschreiblich. Wir würden sehr gerne wieder kommen um noch mehr davon zu sehen.

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